Soziale Arbeit in Südafrika – Die besten 3 Monate meines Lebens

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Ihr habt Lust Berge zu besteigen, wilde Tiere zu sehen und eine völlig neue Kultur kennenzulernen? Dann seid ihr hier genau richtig. Ich war letztes Jahr von Februar bis Mai im Süden von Südafrika, im wunderschönen Gordons Bay. Meinen Trip habe ich zusammen mit der Organisation „Praktikawelten“ gestaltet. Und was habe ich da gemacht? Hauptbestandteil war ein sozialer Freiwilligendienst in einem Kindergarten.

Darüber hinaus habe ich meine Freizeit genutzt, um die schönsten Ecken Südafrikas zu erkunden. Wie genau meine ehrenamtliche Arbeit aussah, welche aufregenden Orte ich gesehen habe und welche Reiseerfahrungen ich gesammelt habe sollt ihr hier erfahren!

Sonstraaltjie Serkor Kleuterskool – Mein Alltag Im Kindergarten

Meine ehrenamtliche Arbeit habe ich in einem Kindergarten in einem der vielen Townships gemacht. Jetzt fragt sich erstmal jeder: Was ist ein Township? Das ist der südafrikanische Name für die Armutsviertel, auch bekannt unter „Slums“. Man kann sich also schon denken, dass die Kindergärten dort keinesfalls unseren Standards entsprechen.

Meistens wurden garagenartige Konstrukte oder alte Wohncontainer als kleine, aber liebevolle Kindergärten umfunktioniert. Ausgebildete Fachkräfte, altersgerechtes Spielzeug, Platz zum Toben oder gar ein regenfestes Dach über dem Kopf findet man hier nur selten. In den meisten Fällen leiten Familienmütter die Kindergärten, die jede Hilfe annehmen, die sie kriegen können.

Die liebevolle Arbeit mit den Kindern

Stellt euch vor ihr steht vor der Aufgabe, 37 energiegeladene Kinder (zwischen 1 und 5 Jahre) mit nur zwei Leuten zu betreuen. Für unsere Verhältnisse unmöglich zu bewältigen! Aus diesem Grund wurde ich ab der ersten Sekunde herzlich aufgenommen, war sofort Teil der Familie und wurde direkt ins Kalte Wasser geworfen.

Die Kinder fanden in mir sofort einen Freund und waren direkt zutraulich, als hätten wir uns schon gekannt. Das hat meine Erwartungen total umgeworfen. Sie hatten keinerlei Hemmungen oder Berührungsängste vor Fremden.

Wie sah der Alltag im Kindergarten aus? Zunächst war jeden Morgen meine erste Aufgabe das Frühstück vorzubereiten und für alle Porridge zu kochen. Danach begann die erste große Fütterung, welche jedes Mal eine Herausforderung war.

Die 7 Babys mussten natürlich gefüttert werden, und alle anderen brauchten Beaufsichtigung, damit das Essen auch wirklich in dem Mund kommt und nicht auf den Boden. Mit insgesamt zwei Kindergärtnerinnen und mir hat sich das wirklich schwierig gestaltet. Danach waren nicht nur die Kinder voll mit Porridge, sondern auch wir.

Nachdem die Essensschlacht beseitigt wurde gab es immer eine kleine Lese- und Singrunde. Lieder wie „If you’re happy and you know it clap your hands”, “Twinkle, twinkle little star” oder typisch südafrikanische Songs waren das Vormittagsprogramm.

Danach kam immer meine Lieblingsbeschäftigung: Der Spielplatz. Sehr ungewöhnlich für die Townships, aber hier hatten wir den Luxus nach draußen zu gehen und mit selbstgebauten Spielgeräten einfach Spaß zu haben. Durch Spenden der Organisation ist dieser Spielplatz erst möglich geworden. Meine Aufgabe war natürlich erstmal aufzupassen, dass niemanden etwas passiert. Aber hauptsächlich haben wir getobt, gespielt und viel gelacht.

Danach waren die Kids bereit für das Mittagessen und ausgepowert für den anschließenden Mittagsschlaf. Während ich dann gewartet habe bis ich wieder abgeholt wurde, habe ich mit den Kindern noch eine Runde auf ihren kleinen Matratzen gekuschelt.

Was ich als Freiwillige lernen konnte

Du hast Angst, dass dich die Kinder nicht mögen und ihr nicht miteinander klar kommt? Glaub mir, die Ausstrahlung in den kleinen braunen Kulleraugen und die Freude darüber, dass du da bist, nehmen diese Angst in Sekundenschnelle. In meinem Kindergarten hatten sie sogar das Privileg neben Afrikaans Englisch zu lernen, somit war keine allzu große Sprachbarriere im Weg.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie schnell ich die Kinder und auch die Erzieher in mein Herz geschlossen habe, und andersrum ebenso. Die Menschen dort verstreuen eine ergreifende Liebe und Lebensfreude, trotz der herrschenden Umstände und Ungerechtigkeiten.

Nicht nur ich konnte den Kindern etwas beibringen, sondern vielmehr haben sie mir die Augen geöffnet. Sie haben mir beigebracht, die kleinen Dinge im Leben mehr wertzuschätzen und mit dem glücklich zu sein, was ich habe. Ich kann wirklich sagen, dass ich einen Teil meines Herzens in Sonstraaltjie gelassen habe.

Die Worte in diesem Text können nicht einmal annähernd das Gefühl beschreiben, wenn sich jeden Tag 37 kleine Engel auf dich freuen und du von jedem eine fette Umarmung als Begrüßung geschenkt bekommst.

Meine persönlichen Highlights in Südafrika!

Neben den wertvollen Erlebnissen in dem Kindergarten, hatten wir die Wochenenden frei, um die atemberaubende Natur in Südafrika zu erkunden.

Mein persönliches Highlight waren die Aussichten vom Table Mountain und dem Lions Head. Die Belohnung nach dem langen und anstrengenden Weg auf die Spitze des Berges lohnt sich allemal! Da wir noch mehr von diesen Aussichten erleben wollten, kamen wir auf die spontane Idee eine komplette Tour entlang der Küste zu machen.

Der Cape Point, oder auch das „Kap der guten Hoffnung“ wird seinem Namen wirklich gerecht. Du hast dort die Möglichkeit, die Seeluft und das Rauschen vom Meer intensiv auf dich wirken zu lassen und einfach mal durchzuatmen. Für Naturfreunde oder alle, die einfach mal raus wollen ist das der perfekte Ort.

Eine aufregende Safari in Südafrika

Wenn man von Afrika spricht, denkt man natürlich immer direkt an die exotischen Tierarten. Du wolltest dich schon immer mal von einem Elefantenrüssel umarmen lassen oder Löwenbabys aus nächster Nähe sehen? Dann plane unbedingt die Garden Route in deine Reise ein.

Da kannst du eine Safari machen und fährst in einem klassischen Truck durch den Nationalpark. An alle tierlieben Menschen unter uns: Keine Sorge die Tiere leben artgerecht in ihren großen und natürlichen Lebensraum. Einer der wenigen Orte auf dieser Welt, wo du Tiere in Wildnis beobachten kannst, ohne dass tausende Menschen um sie herumlaufen und ihren Müll verteilen.

Während der Garden Route haltet ihr an der Bloukrans Bridge, der höchsten Bungee Jump Brücke WELTWEIT. Ich kann euch sagen, das war das aufregendste und gleichzeitig verrückteste was ich je gemacht habe. Adrenalinjunkies aufgepasst – danach habt ihr so viele Glücksgefühle wie noch nie!

Winetasting an besonderen Orten

Und zu Guter Letzt sollte man auf jeden Fall einen Abstecher nach Kapstadt und den Weingütern machen. Denn schließlich ist Südafrika nicht umsonst bekannt für den guten Wein. Es gibt nichts Besseres, als ganz entspannt mitten in einem Weingut zwischen Bergen und Natur ein Winetasting zu machen.

Durch Zufall sind wir so durch Empfehlung anderer Touristen auf den „Route 44 Market“ gekommen. Hier ist der Weingenuss gekoppelt mit einem schönen südafrikanischen Markt, die Essen, Schmuck, Tücher, Holzfiguren (uvm.) anbieten. Ein solcher Ausflug eignet sich perfekt, um eine Reise durch die afrikanische Kultur abzuschließen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch mit meiner Inspiration und Erfahrung weiterhelfen konnte, damit ihr eure Südafrikareise abwechslungsreich planen und gestalten könnt.